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In einer großen Parade fahren die Radler durch Heidelberg - durch den Schlossbergtunnel, über den Adenauerplatz, die Rohrbacher Straße entlang und durch die Kurfürsten-Anlage. Foto: Philipp Rothe, 05.05.2018

Radparade fordert mehr Platz für Fahrräder

Am 11. Mai Demonstration auch durch den Schlossbergtunnel und die B37 - "Wir brauchen geradlinige Wege"


Heidelberg. Mehr Platz für Fahrräder - das fordern die Organisatoren der vierten Heidelberger Radparade. Am Samstag, 11. Mai, ist es wieder so weit, dann setzt sich der Pulk um 14 Uhr vom Universitätsplatz in Richtung Weststadt und Wieblingen in Bewegung. Waren im letzten Jahr 400 Radler am Start, hofft Michael Fröhlich vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), einer der Veranstalter, dieses Mal auf 600 bis 700 Teilnehmer. Initiator der jährlich stattfinden Radparade nach Mannheimer Vorbild ist Grünen-Stadtrat Christoph Rothfuß. Er ist auch in diesem Jahr wieder im Organisationsteam mit dabei. Daneben wird die politische Demonstration auf zwei Rädern auch noch von SPD-Stadtrat Andreas Grasser sowie Roland Schäfer vom Radsportverein Heidelberg (RSV) und dem Studierendenrat organisiert. Ganz besonders freut sich Schäfer vom RSV, dass die Polizei die Strecke durch den Schlossbergtunnel und den Autobahnanschluss Rittel bis zur Abfahrt Wieblingen genehmigt hat. "Wir wissen, dass der Tunnel und die Autobahnzufahrt nie endgültig für Radler freigegeben werden", sagt er. Daher sei die Radparade mit diesen beiden Schmankerln für viele eine besondere Tour.

Die Streckenführung der Radparade orientiert sich bewusst an den Hauptverkehrsachsen. "Innerhalb Heidelbergs ist das Fahrrad das wichtigste Verkehrsmittel", betont Stadtrat Rothfuß. Doch bei den Radwegen hapere es immer noch an vielen Stellen. "Wir brauchen geradlinige Wege, auf denen wir komfortabel, sicher und zügig durch die Stadt kommen", bekräftigt Grasser. Gleich dreimal kommen die Teilnehmer der Radparade auf ihrer Tour am Adenauerplatz vorbei. Damit zeigen die Demonstranten, dass dies ein zentraler Knoten für Radler ist. Wer von der Altstadt oder Neuenheim in die Weststadt will oder umgekehrt, muss hier zwangsläufig vorbei. "Nur die Mittermaierstraße vom Hauptbahnhof in Richtung Neuenheimer Feld ist stärker befahren", so Rahel Amler, Verkehrsreferentin beim Studierendenrat. Mit der Streckenführung durch Wieblingen zeigen die Tour-Veranstalter, dass auch in der Mannheimer Straße etwas passieren muss. "Die Autos fahren dort oft zu schnell", ärgert sich Fröhlich. Er wünscht sich auch eine bessere Radwegeverbindung ins Neckartal. Dann würden sich vermutlich auch mehr Pendler aus Schlierbach und Neckargemünd auf den Sattel schwingen. Für die Dauer der Radparade wird die Strecke nicht für den Autoverkehr gesperrt, aber die Verkehrspolizei wird den Pulk mit Streifenwagen und Motorrädern sichern. Eigene Ordner sorgen für Sicherheit im Feld. Einige neuralgische Punkte für den Radverkehr werden deshalb auch vermieden, unter anderem die Brückenstraße in Neuenheim. "Mit so vielen Leuten an den Straßenbahngleisen zu fahren, das ist zu gefährlich", betont Ilona Trotter, Grüne-Fraktionsgeschäftsführerin und ADFC-Mitglied..

Am Ende der Radparade gegen 15.30 Uhr ist noch eine Abschlusskundgebung auf dem Universitätsplatz geplant. "Wir wollen fürs Radfahren werben. Die politischen Parteien werden als Veranstalter genannt, aber keine Redner stellen", erklärt Fröhlich. Bewusst wolle man die Radparade aus dem Kommunalwahlkampf heraushalten. Ohnehin wird die Veranstaltung von einer ganzen Reihe von Verbänden und Parteien unterstützt - von der CDU, der Linken und der Grün-Alternativen Liste bis hin zum Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem BUND, dem Verein Ökostadt und verschiedenen Fahrradgeschäften. Fröhlich: "Das Thema ist auch in der Breite der Gesellschaft angekommen."
Quelle: Bilder und Text von Holger Buchwald. - rnz am 03.04.2019, 06:00 Uhr