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Anastasia Bechtold in Japan - TV Hemsbach

Kunstradjunioren reisten für einen internationalen Austausch nach Japan

Die Nationalmannschaft der deutschen Kunstradjunioren reiste vor Kurzem für einen internationalen Austausch nach Japan. Mit dabei war auch Anastasia Bechtold vom TV Hemsbach.


Die 16- Jährige erhielt als Mitglied des erweiterten C- Kaders 2017/2018 die Einladung vom Bund Deutscher Radfahrer (kurz BDR) am Austauschprojekt teilzunehmen. Die Freude, an dieser Reise teilnehmen zu dürfen, war besonders groß, hatte sie noch im Frühjahr die Qualifikation für den C- Kader 2018/19 um einen Platz verpasst. Das Projekt des BDR mit dem japanischen Radsportverband läuft nun bereits seit einigen Jahren und hat neben der Jugendbegegnung der weltweiten Kunstradsportler vor allem die Aufbauarbeit im Kunstradsport als Ziel. Denn obwohl im Land der aufgehenden Sonne seit vielen Jahren Kunstrad gefahren wird, der Anschluss an die Weltspitze ist den Japanern bisher nicht gelungen.

„Wir waren viel in Schulen und Vereinen, sind dort unsere Wettkampfprogramme vorgefahren und haben kleine Showprogramm einstudiert“, berichtet Anastasia nach der Rückkehr aus Japan. „In Tokyo haben wir zum Abschluss noch am zweitägigen Japan Cup teilgenommen. Der ausgelegte und sehr unebene Boden war schon eine Herausforderung“, erzählt sie weiter. Dennoch konnte sie ihr auf 159,30 Punkte aufgestocktes Programm ohne größere Fehler durchziehen. Sogar der neu erlernte Lenkerhandstand und die erweitere Rückwärtsserie, bei der sie in der vergangenen Saison immer wieder Probleme hatte, gelangen ihr einwandfrei. Zuhause, in ihrer Trainingshalle in Hemsbach feilt Anastasia bereits an dem Kürprogramm für die nächste Saison, die im Februar startet. „Da sollen auf das Programm vom Japan Cup nochmal 5-10 Punkte oben drauf.“ Ein ehrgeiziges Ziel, das die Hemsbacherin aber wie immer mit viel Fleiß und Disziplin angeht.

Anastasia fährt seit fast elf Jahren Kunstrad, zunächst in Weinheim, seit 2011 in Hemsbach. Über ihren Bruder und die Ferienspiele entdeckte sie diese außergewöhnliche Sportart und sitzt seitdem fest im Sattel. Ersten Erfolgen auf Kreis- und Bezirksebene folgten die Aufnahmen in den Talentsichtungskader Nordbaden sowie in den Talentauswahlkader. Seit 2015 ist Anastasia ein konstantes Mitglied im Landeskader Baden – Württemberg. Aufgrund der hohen Leistungsdichte im deutschen Kunstradsport und insbesondere in Baden- Württemberg lässt sich dieser Kaderstatus nur mit viel Training und Fleiß jedes Jahr neu erlangen. Vier Mal in der Woche trainiert Bechtold auf dem Kunstrad ihre Übungen. Dazu kommen Ausdauer- und Krafteinheiten außerhalb der Halle und die zahlreichen Kadermaßnahmen mit Lehrgängen auf der Sportschule. Nebenbei absolvierte Bechtold im Mai noch ihren Schulabschluss und begann im September eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Ohne Disziplin und Organisationsfähigkeit, sowie die Unterstützung des Vereins und der Familie wäre dieser Balanceakt nicht möglich. Ihre Ausbildungsstelle, die „Bernd – Blindow - Schule“ in Mannheim hatte sofort Verständnis für Bechtolds zweiwöchigen Japanaufenthalt. „Ich bin froh, dass mich die Schule freigestellt hat und ich dort Unterstützung erfahre“, so Bechtold. Denn leicht haben es die Kunstradfahrer nicht. Die Sportart ist nicht olympisch und steht im Schatten des Straßen- und Bahnradsports. Finanziell gibt es kaum Unterstützungen, große Sponsoren fehlen weitestgehend. Auch die mediale Aufmerksamkeit am Hallenradsport wächst nur langsam. Mittlerweile gibt es immerhin bei einigen großen Meisterschaften wie EM und WM Liveübertragungen auf Sportdeutschland.tv sowie Berichterstattungen auf lokalen Fernsehsendern. Mit Initiativen wie dem Verein „Indoor cycling world wide“ kämpft der Hallenradsport um mehr Aufmerksamkeit. Zu wünschen wäre es dieser faszinierenden Sportart allemal.

Quelle: Bilder und Text Kerstin Böhm